Wohl der Satz den ich in den letzten Tagen am häufigsten gehört habe. Ich habe nämlich die vergleichsweise freien Tage dafür genutzt und Serien gesuchtet und dabei auch direkt mal 2 abgeschlossene beendet. Sowohl "Code Black", als auch "The Nightshift" haben tatsächlich versöhnliche, brauchbare wenn nicht sogar gute Enden bekommen. Das macht mich ziemlich glücklich, denn leider werden die Serien die ich mag eher selten geplant beendet und haben dann häufig viele offene Enden. Wie im echten Leben... *augenroll*


Seit 2 Wochen bin ich nun entlassen und "genieße" die Freiheit. Genießen immerhin soweit, dass ich meine Termine alleine bestimmen kann und auch selbst dafür verantwortlich bin mir die Ruhe zu schaffen die ich brauche. Leider gab es viel zu erledigen und zu organisieren und somit bin ich da nicht so wirklich erfolgreich gewesen. Also was die Ruhezeiten anging. 

Da waren diverse Arzttermine zu planen und zu bestreiten. Außerdem hieß es ja auch einen neuen Therapeuten zu finden. Mit der Telefoniererei habe ich bereits in der Klinik angefangen, denn irgendwann platzte der Knoten und seitdem geht das mit dem Telefonieren ganz gut. Nach etwa 25 Absagen war ich gedanklich schon voll auf das Kostenerstattungsverfahren eingestellt und bekam dann doch sehr überraschend 2 Erstgespräche bei verschiedenen Therapeuten. Bereits der erste Therapeut hat mir sehr zugesagt. Jedoch möchte er erst mal noch 2 weitere Kennenlerntermine und würde mich danach auf eine Warteliste setzen. Der zweite Termin war bei einer Therapeutin. So rein vom Sympathie-Wettbewerb würde der erste definitiv gewinnen, obwohl wir hier wirklich in einer hohen Liga spielen. Sagen wir auf einer Skala von 1 bis 10 ist sie eine gute 8,5 und er eine 9,5. Es ist also nicht so, dass ich bezweifel, dass da eine gute Beziehung mit ihr entstehen kann. Außerdem hat sie ein paar weitere sehr interessante Aspekte. Zum einen hat sie, da sie frisch aus der Elternzeit kommt keine Warteliste. Wenn wir uns dafür entscheiden könnten wir sofort anfangen. Zum anderen arbeitet sie mit einem Konzept, dass mich schon sehr lange interessiert und für das ich mir sogar schon mal ein paar Vorträge angeschaut habe. Es wäre definitiv ein neuer Therapiereiz dem ich bisher als Patient noch nicht begegnet bin. Der dritte Punkt ist, dass sie sowohl mit Gruppen- als auch mit Einzelgesprächen arbeitet und auch wenn mich das Gruppending ein wenig nervt, so ist es halt doch nicht von der Hand zu weisen, dass es gerade bei einer sozialen Phobie nicht schaden kann mit mehreren fremden Menschen agieren zu müssen. Am Montag habe ich das zweite Gespräch bei ihr und wenn sie nicht plötzlich der Meinung ist, dass sie die falsche für mich ist (Gedanklich hatte sie mich bereits einer Gruppe zugeteilt, ich denke also nicht, dass das passieren kann), werde ich dem anderen wohl absagen und das mit ihr versuchen. Ich hoffe dann lediglich, dass es nicht zu umständlich mit der Beantragung wird, da ich ja doch relativ wenig Pause zwischen den ambulanten Therapien hatte. 

Ansonsten bin ich die letzten Wochen mehrfach zur Krankenkasse marschiert, weil sich das mit der Fahrtkostenerstattung als schwierig erweist. Ich musste noch Dinge nachträglich ausfüllen lassen, wobei die Klinik dann die Augen rollte und überhaupt hat das nicht so viel Spaß gemacht. Da könnte dann jetzt zwischen 0 und 100€ fast alles bei rum kommen. Und ich bin sehr gespannt wie lange das bis zur ersten Entscheidung dauert. 0€ würde ich nämlich definitiv noch anfechten. 

Außerdem habe ich erfolglos versucht an einer Selbsthilfegruppe teilzunehmen. Die löste sich unmittelbar nach meiner ersten Anwesenheit auf, da die Mitgliederzahl sehr schwankte und nicht gewährleistet werden konnte, dass das weiter läuft. Die anderen HSP-Gruppen sind leider alle voll und somit ist das Thema dann ziemlich schnell gestorben. Und wenn ich jetzt die Gruppentherapie habe, wäre mir das vielleicht auch zu viel Gruppe. 

Aus der Klinikzeit sind tatsächlich ein paar Kontakte übrig, auch wenn ich das so nie geplant hatte. Es ist im Moment schwierig das alles unter einen Hut zu bringen und ich rotiere ein wenig herum. Vor allem weil diese neuen Menschen sehr viel präsenter sein wollen, als ich Kontakte eigentlich für gewöhnlich pflege. Es gibt nur wenige Menschen mit denen ich ständig und dauerhaft kommuniziere. Die meisten spreche ich eher selten, manche sogar oft Monate nicht. Und das völlig ohne Wertverlust der Beziehung. Die Leute jetzt sind alle im Alter meiner Mama... und haben dementsprechend ein völlig anderes Verständnis von Kontakt halten. Mal sehen wie ich das in Zukunft lösen werde. Auch in Hinblick darauf, dass ich mich zwar freiwillig dazu entscheide nicht ständig mit allen zu reden, aber dennoch Angst habe irgendwann außen vor zu stehen, weil die anderen untereinander mehr Kontakt haben. Ist halt schwierig mit mir. 

Generell bin ich mir gerade nicht sicher, ob ich so viele Details über die Klinikzeit preisgeben möchte. Es war zeitweise sehr frustrierend und ich hab keine Lust mich da noch mal herein zu steigern. Im Endeffekt kann ich aber durchaus sagen, dass es auch hilfreich war. Vielleicht beschränke ich mich im weiteren Verlauf einfach auf die Ergebnisse die daraus resultieren. Und möglicherweise sollte ich dafür erst mal auf den Abschlussbericht warten. :D