Livsglaedjen


<3

Laut über Prioritäten nachdenken.

Laut über Prioritäten nachdenken.

Der Artikel erschien vorher bereits im Forum... Von daher ist er jetzt nicht mehr so brandaktuell. Aber damit der Folgeartikel Sinn ergibt war das nun halt sinnvoll :D Außerdem habe ich an der Kommentarfunktion herumgespielt. Es könnte jetzt auch ohne Anmeldung möglich sein zu kommentieren, wenn das alles so funktioniert hat wie geplant. Feuer frei, Ingrid :D Freue mich über all deine Mails, aber bekomme sie einfach nicht beantwortet. Vielleicht gehts jetzt ja einfacher :)



Laut denken hilft ja bekanntlich meistens dabei sich selbst zu sortieren. 
Manchmal reicht das aber auch nicht aus und dann ist es vllt. hilfreich, wenn da auch der ein oder andere was zu sagt. 

Die meiste Zeit denke ich laut bei Twitter. Also mittlerweile wieder. 
Obwohl ich auch wieder bei den <3en in der Whatsapp Gruppe bin. 

Laut denken bei Twitter hat halt den Nachteil, dass es ja nur in 280 Zeichen Bröckchen geht und dann kommt da wieder der Monk in mir, der möchte dass die einzelnen Tweets auch gescheit aufhören und nicht mitten im Satz enden und dann ist da schon wieder zu viel Mechanismus hinter. 
Das ist dann nicht mehr ungefiltertes Denken. Das ist schon wieder irgendwie behindert. Also nicht im Sinne von "Du bist behindert"-Schimpferei sondern im Sinne von "Da liegt was im Weg"-Behinderung. Nur falls hier Zweifel aufkommen sollten. ^^

Meine größten Probleme lassen sich ja meistens darauf zurückführen, dass ich mich schnell überfordere, zu viel (gleichzeitig) will und dann (zu viel) Ruhezeiten brauche. Das ist ein ständiges Auf und Ab und ich kämpfe seit langer Zeit damit den gescheiten Mittelweg zu finden. 

Kürzlich dachte ich der richtige Weg dafür wäre vielleicht die Priorisierung der nötigen und gewünschten Dinge / Bereiche / Termine die da irgendwie in mein Leben sollen. Also, das denke ich auch immer noch. Ohne Prioritäten keine Zielsetzung. Ohne Zielsetzung treibe ich so vor mich hin. Von Überforderung zu Rückzug. Schon drei Wochen im Voraus gestresst, weil ich in meinen - zu vollen - Kalender schaue. Eine Woche nach meinem Geschmack ist Anfang August zu erwarten. 

Doch das Prioritäten setzen erwies sich als sehr viel schwieriger als ich dachte. Ich möchte alles. Jetzt. Sofort. Gleichzeitig. Und an dieser Stelle würde ich so gerne ein Video verlinken, dass ich so nachhaltig im Kopf habe, obwohl es schon viele Jahre her ist, dass ich es gesehen habe. Doch leider ist es nicht mehr verfügbar. Nirgendwo. Und so hab ich lediglich noch den wunderbaren Text gefunden, den Nadja Schlüter mal irgendwann auf einer Poetry Slam Bühne zeigte und für den ich sie dann am liebsten direkt geheiratet hätte. 

Lob der Gleichzeitigkeit
"Immerzu warten. Immerzu dasitzen und darauf warten, dass man losgehen kann. Immer zu früh sein und darauf warten, dass es losgeht. Beim Warten atmen und bei jedem Atemzug darauf warten, dass er vorbeigeht und am Ende jedes Atemzuges auf den nächsten warten. 

Ich bin so ungeduldig und warte darauf, geduldig zu werden, warte ungeduldig auf Geduld, warte auf Weltfrieden und auf die Post, darauf, dass es endlich abendlich dämmert und dass dann die Sonne wieder aufgeht, darauf, etwas zu beginnen und gleich darauf dann darauf, es endlich fertig zu bringen. Wenn es mich juckt, wie unerträglich ist der Moment des Wartens, bis die Hand die Stelle erreicht und die Stelle kratz und wie unerträglich ist danach das Warten auf das Unvermeidliche, darauf, dass die Stelle wieder kratzt, das Warten darauf, dass es wieder von vorne anfängt, wie sowieso an jedem Ende nach dem Warten auf das neue Warten gleich das Warten auf den Neuanfang anfängt.

Immerzu warten. Immerzu diese Unruhe. Bei mir ist es nicht: "Und wenn du sitzt, dann stehst du schon" und "wenn du stehst, dann gehst du schon." Es ist: "Wenn du sitzt, dann hibbelst du mit den Knien und wartest drauf, endlich aufzustehen" und "wenn du stehst, dann tänzelst du auf der Stelle wie ein nervöser Gaul und wartest drauf, endlich loszugehen."

Ich bin so ungeduldig und warte auf Ideen und darauf, dass die Kaffeemaschine anfängt "Brrrrblubbgluck" zu machen und darauf, dass sie endlich wieder aufhört mit ihrem scheußlichen "Brrrblubbgluck" und der Kaffee dann fertig ist und dann darauf, dass er endlich verdammtnochmal kalt genug ist, um ihn zu trinken. Und wenn die erste Schneeflocke des Jahres vom Himmel fällt, dann kann ich es nicht ertragen, warten zu müssen, bis sie am Boden angelangt ist und dieses an mir zehrende Warten, bis sie an der Erde zerschmilzt. Und vorher habe ich doch schon darauf warten müssen, dass es das erste Mal schneit und gleich muss ich dann darauf warten, dass es endlich wieder Frühling wird und die Vöglein singen und kaum fangen sie an, kann ich es kaum erwarten, dass sie endlich wieder in den Süden abhauen und dieses "Tschilptschilptrillertriller" ein Ende hat. 

Immerzu warten. Ich warte darauf, dass du kommst und du und du und du und ich könnte schreien, weil ich es nicht ertrage, solange zu warten, bis du wieder gehst und du und du und du und schon gar nicht darauf, dass du wiederkommst und du und du und du, nachdem du gegangen bist und du und du und du.

Ich bin so ungeduldig. Ich will nicht darauf warten, dass das Leben noch schöner wird und ich will nicht darauf warten, ganz ausgewachsen und über alle Maßen glücklich und mit Blumen und Traumjob und so viel Wissen wie reinpasst und all diesem sinnbeladenen Kram in der Hand und im Kopf dazustehen und ich will nicht warten, bis ich eine eigene Familie habe und schon gar nicht darauf, dass die Kinder endlich aus dem Haus sind, ich will nicht mal darauf warten, alt und grau zu sein und schon gar nicht auf irgendeinen zweiten Frühling.

Ich will das ganze Programm jetzt, genau jetzt, ich will jetzt losgehen und auch jetzt ankommen, ich will jetzt frischen und schon abgekühlten Kaffee, ich will jetzt die junge Ehefrau und die ehrbare alte Dame sein, ich will jetzt die Morgenpost und die Morgensonne und das Abendrot und das Abendbrot, ich will jetzt anfangen und jetzt fertig sein, ich will jetzt die Kinder kriegen und aus dem Haus haben, du sollst jetzt da sein und jetzt weggehen und jetzt wiederkommen und du und du und du, ich will jetzt den ersten und den zweiten und all die anderen Frühlinge des Lebens und dieser Atemzug soll jetzt anfangen und genau jetzt aufhören, ich will jetzt losgehen und auch jetzt ankommen, genau jetzt und jetzt und jetzt."


Ich bekomme es nicht hin die Dinge zu priorisieren. Denn es gibt ja irgendwie auch 2 Wege das zu tun. 
1) Das Wollen.
2) Das Müssen.

Mag sein, dass mir meine Ruhezeiten am Wichtigsten sind. Aber Betreuung haben bzw. werden bald feste Termine. Da muss ich mich nach anderen richten, kann es nicht unbedingt so umwerfen wie ich das gerne hätte, sondern allenfalls versuchen zu sagen "Ja mir wäre Tag X lieber". Also deckt sich das Müssen halt nicht mit dem Wollen. Und an der Stelle leuchtet dann schon sehr knallig und sehr wild "Error" in meinem Kopf und ich hänge mich gedanklich auf. Ja, ich würde gerade sehr viel lieber rund um die Uhr häkeln. Aber ich ertrage auch mein Spiegelbild nicht mehr, also sollte ich wirklich dringend wieder mit dem Sport und Tracken anfangen. Für letzteres wäre aber vllt. von Vorteil, wenn ich das mit diesem Essen überhaupt gescheit hinbekommen würde. Also gescheit im Sinne von regelmäßig. 

Dann gibt es Dinge die könnte man anfangen und vergleichsweise schnell beenden. Nichts was man dauerhaft ins Leben integrieren muss. Endlich das Datenchaos endgültig beseitigen, Magic Cleaning noch mal durchziehen und jedem verdammten Teil in meiner Wohnung ein zuhause geben. Das ist zeitlich vergleichsweise begrenzt. Klappt aber nur wenn ich die Ruhe dafür habe. Seht ihr den Kreis? Ich bin wie Helmut. Nur weniger gelb. 

Ich habe Hobbys und Interessen in einer Anzahl die mit meinem Energiehaushalt einfach nicht tragbar sind. Möchte aber auf nichts verzichten. Und auch wenn ich das wohl muss, dann kann ich mich nicht entscheiden worauf. Kann mich nicht entscheiden welcher Verzicht mich am wenigsten traurig machen würde. Und weil das so ist verschiebe ich das Prioritäten setzen immer wieder. Und lande dann in einem Kalender wie den der nächsten Wochen. Der mich jetzt schon frustriert. 

Insgesamt sind es etwa 15-20 Punkte... Vielleicht komme ich dem Ziel näher, wenn ich 2 Listen erstelle und gucke was sich wie überschneidet. Oder mich mit meinem Spiegelbild abfinde. *augenroll*

Und danach dann so?

Und danach dann so?

Ich behaupte jetzt mal, dass die meisten meiner Leser und Bekannten durchaus wissen, dass man nicht geheilt aus einem (teil)stationären Aufenthalt kommt. Man hat nur ein wenig mehr Rüstzeug und vielleicht ein besseres Gefühl im Umgang mit sich selbst. Ein klein wenig mehr Selbstwert. Ein paar Fähigkeiten gefestigt oder dazu gewonnen. Vielleicht weiß man besser wo man hin will, oder jedenfalls was man nicht mehr (will). Manche Dinge ändern sich definitiv nicht. Ich wusste nämlich nicht mehr, dass ich euch einen Großteil des "Danachs" bereits letzte Woche erzählt habe. :D

In jedem Fall bleibt aber auch nach der Klinik eine Menge zu tun. Und ich versuche irgendwie die Balance und den Mittelweg zu finden. 
Aktuell versuche ich die meisten Verpflichtungen auf die Montage und Dienstage zu legen , habe Mittwoch - Freitag (menschen)frei und am Wochenende dann diverse Verabredungen. So zumindest der Plan. Klappt natürlich nicht immer, weil sich nicht alle Termine so legen lassen wie ich das gerne hätte.


Am Montag hatte ich das zweite Gespräch mit der Therapeutin und wir haben uns darauf geeinigt zusammen zu arbeiten. Da ich ab nächste Woche erst mal unterwegs bin ist der nächste Termin erst Anfang Juni. (An einem Mittwoch. Klappt also in der Woche schon mal nicht mit meiner Taktik. :D) Die nächsten 3 Termine sind quasi noch Vorgespräche, danach beantragen wir dann die Therapie. 


Neben der Therapiesuche, wurden noch einige andere bürokratische Angelegenheiten in die Wege geleitet. Das ist im Nachhinein wohl auch tatsächlich der Bereich in dem während der Therapie am meisten geschehen ist. 

Aus der Klinik heraus habe ich einen Antrag auf Schwerbehinderung gestellt. Allein durch die psychischen Einschränkungen und Diagnosen habe ich bereits die Chance auf ein paar Prozente. Der Antrag ging im April raus, gestern kam die Bestätigung, dass es etwa 3 Monate Bearbeitungszeit dauern wird. Ich habe noch ein paar körperliche Dinge (Tinnitus, Migräne, Hashimoto, etc.) die man auch bewerten lassen kann. Dafür muss die jeweilige Krankheit allerdings seit 6 Monaten behandlungsbedürftig notiert sein. Mein Tinnitus begleitet mich zwar schon sehr lange, jedoch dürfte das lediglich bei einem Arzt in Jena - dessen Namen ich nicht mehr kenne - vermerkt sein. Also war ich letzte Woche bei einem neuen HNO und habe ausgiebig über Tinnitus und die Optionen geredet. Letztere sind relativ eingeschränkt. Im Endeffekt läuft es auf Entspannung & Stressverminderung hinaus. Es gibt in Berlin (oder Jena... aber das ziehe ich nicht in Erwägung) ein Tinnituszentrum. Die Behandlungsdauer umfasst dabei eine Woche Tagesklinik. Das ist jetzt nichts für die nahe Zukunft, aber ich werde es im Hinterkopf behalten. Mein HNO würde mir dafür alles schreiben was ich zur Beantragung und Bewilligung benötige. Die Migräne ist seit November erfasst. Beides werde ich irgendwann in einem Verschlimmerungsantrag beurteilen lassen. 


Was ich bisher auch in der Hand habe: Ein Schreiben in dem von ärztlicher Seite aus empfohlen wird, die schädliche Wohnumgebung zu verlassen. Die Hoffnung dabei ist, dass das Jobcenter sich nicht offiziell gegen ärztlichen Rat stellen wird und es mir ermöglicht wird wieder auf Wohnungssuche zu gehen. Auch mein Psychiater hat gesagt, dass er mir alles schreibt was ich benötigen werde. Bevor wir das aber in die Wege leiten, warten wir erst mal den offiziellen Abschlussbericht aus der Klinik ab. In dem es dann unter anderem um die Frage meiner langfristigen Belastbarkeit geht. 

Ich habe ausgiebig drüber nachgedacht, welche Angebote ich von diversen Kontaktcentern in Erwägung ziehe und bin dann zu dem Schluss geokmmen, dass da außer der Strickgruppe nichts ist was ich wirklich wichtig finde. Die privat organisierte Strickgruppe bereitet mir aktuell immer noch ein wenig Kopfzerbrechen. Ich hab bereits das Gefühl da außen vor zu stehen. Von neuen Terminen erfahre ich so nebenbei, man fragt mich eine Stunde vorher, ob ich denn auch zum Schwimmen komme, als würde man davon ausgehen, dass ich davon wüsste. Es ist mühsam. Und vielleicht bin ich für Kontakte außerhalb meiner kleinen <3-Bubble auch einfach nicht gemacht. 

Die nächsten Tage werden ruhig. Ich hab bis Samstag keine Verpflichtungen. Am Samstag stehen ein Escape Room und die Grandprix-"Party" auf dem Programm. Sonntag und Montag habe ich dann Zeit zum Packen. Dienstag früh geht es für 12 Tage nach Bamberg. Zur Anna und ihrer Familie. (Alte! Ende des Jahres sind es 16! Jahre!) Es wird hoffentlich entspannt, auch wenn ich mir sowas wie Entspannung gerade nur schlecht vorstellen kann. Innerlich rotiere ich halt und möchte vieles auf einmal erledigen und nur wenig ist davon zu erledigen, wenn man nicht zu Hause ist. Tatsächlich ist es aber nicht Nichts, weil ich durchaus auch einige Bücher durcharbeiten wollen würde. Aber selbst dafür fehlt mir die (innere) Ruhe. Allen voran steht halt immer noch das Ausmisten. Ich bin noch nicht fertig damit. Vielleicht schaffe ich die nächsten Tage ja was. 



Was bisher geschah...

Was bisher geschah...

Wohl der Satz den ich in den letzten Tagen am häufigsten gehört habe. Ich habe nämlich die vergleichsweise freien Tage dafür genutzt und Serien gesuchtet und dabei auch direkt mal 2 abgeschlossene beendet. Sowohl "Code Black", als auch "The Nightshift" haben tatsächlich versöhnliche, brauchbare wenn nicht sogar gute Enden bekommen. Das macht mich ziemlich glücklich, denn leider werden die Serien die ich mag eher selten geplant beendet und haben dann häufig viele offene Enden. Wie im echten Leben... *augenroll*


Seit 2 Wochen bin ich nun entlassen und "genieße" die Freiheit. Genießen immerhin soweit, dass ich meine Termine alleine bestimmen kann und auch selbst dafür verantwortlich bin mir die Ruhe zu schaffen die ich brauche. Leider gab es viel zu erledigen und zu organisieren und somit bin ich da nicht so wirklich erfolgreich gewesen. Also was die Ruhezeiten anging. 

Da waren diverse Arzttermine zu planen und zu bestreiten. Außerdem hieß es ja auch einen neuen Therapeuten zu finden. Mit der Telefoniererei habe ich bereits in der Klinik angefangen, denn irgendwann platzte der Knoten und seitdem geht das mit dem Telefonieren ganz gut. Nach etwa 25 Absagen war ich gedanklich schon voll auf das Kostenerstattungsverfahren eingestellt und bekam dann doch sehr überraschend 2 Erstgespräche bei verschiedenen Therapeuten. Bereits der erste Therapeut hat mir sehr zugesagt. Jedoch möchte er erst mal noch 2 weitere Kennenlerntermine und würde mich danach auf eine Warteliste setzen. Der zweite Termin war bei einer Therapeutin. So rein vom Sympathie-Wettbewerb würde der erste definitiv gewinnen, obwohl wir hier wirklich in einer hohen Liga spielen. Sagen wir auf einer Skala von 1 bis 10 ist sie eine gute 8,5 und er eine 9,5. Es ist also nicht so, dass ich bezweifel, dass da eine gute Beziehung mit ihr entstehen kann. Außerdem hat sie ein paar weitere sehr interessante Aspekte. Zum einen hat sie, da sie frisch aus der Elternzeit kommt keine Warteliste. Wenn wir uns dafür entscheiden könnten wir sofort anfangen. Zum anderen arbeitet sie mit einem Konzept, dass mich schon sehr lange interessiert und für das ich mir sogar schon mal ein paar Vorträge angeschaut habe. Es wäre definitiv ein neuer Therapiereiz dem ich bisher als Patient noch nicht begegnet bin. Der dritte Punkt ist, dass sie sowohl mit Gruppen- als auch mit Einzelgesprächen arbeitet und auch wenn mich das Gruppending ein wenig nervt, so ist es halt doch nicht von der Hand zu weisen, dass es gerade bei einer sozialen Phobie nicht schaden kann mit mehreren fremden Menschen agieren zu müssen. Am Montag habe ich das zweite Gespräch bei ihr und wenn sie nicht plötzlich der Meinung ist, dass sie die falsche für mich ist (Gedanklich hatte sie mich bereits einer Gruppe zugeteilt, ich denke also nicht, dass das passieren kann), werde ich dem anderen wohl absagen und das mit ihr versuchen. Ich hoffe dann lediglich, dass es nicht zu umständlich mit der Beantragung wird, da ich ja doch relativ wenig Pause zwischen den ambulanten Therapien hatte. 

Ansonsten bin ich die letzten Wochen mehrfach zur Krankenkasse marschiert, weil sich das mit der Fahrtkostenerstattung als schwierig erweist. Ich musste noch Dinge nachträglich ausfüllen lassen, wobei die Klinik dann die Augen rollte und überhaupt hat das nicht so viel Spaß gemacht. Da könnte dann jetzt zwischen 0 und 100€ fast alles bei rum kommen. Und ich bin sehr gespannt wie lange das bis zur ersten Entscheidung dauert. 0€ würde ich nämlich definitiv noch anfechten. 

Außerdem habe ich erfolglos versucht an einer Selbsthilfegruppe teilzunehmen. Die löste sich unmittelbar nach meiner ersten Anwesenheit auf, da die Mitgliederzahl sehr schwankte und nicht gewährleistet werden konnte, dass das weiter läuft. Die anderen HSP-Gruppen sind leider alle voll und somit ist das Thema dann ziemlich schnell gestorben. Und wenn ich jetzt die Gruppentherapie habe, wäre mir das vielleicht auch zu viel Gruppe. 

Aus der Klinikzeit sind tatsächlich ein paar Kontakte übrig, auch wenn ich das so nie geplant hatte. Es ist im Moment schwierig das alles unter einen Hut zu bringen und ich rotiere ein wenig herum. Vor allem weil diese neuen Menschen sehr viel präsenter sein wollen, als ich Kontakte eigentlich für gewöhnlich pflege. Es gibt nur wenige Menschen mit denen ich ständig und dauerhaft kommuniziere. Die meisten spreche ich eher selten, manche sogar oft Monate nicht. Und das völlig ohne Wertverlust der Beziehung. Die Leute jetzt sind alle im Alter meiner Mama... und haben dementsprechend ein völlig anderes Verständnis von Kontakt halten. Mal sehen wie ich das in Zukunft lösen werde. Auch in Hinblick darauf, dass ich mich zwar freiwillig dazu entscheide nicht ständig mit allen zu reden, aber dennoch Angst habe irgendwann außen vor zu stehen, weil die anderen untereinander mehr Kontakt haben. Ist halt schwierig mit mir. 

Generell bin ich mir gerade nicht sicher, ob ich so viele Details über die Klinikzeit preisgeben möchte. Es war zeitweise sehr frustrierend und ich hab keine Lust mich da noch mal herein zu steigern. Im Endeffekt kann ich aber durchaus sagen, dass es auch hilfreich war. Vielleicht beschränke ich mich im weiteren Verlauf einfach auf die Ergebnisse die daraus resultieren. Und möglicherweise sollte ich dafür erst mal auf den Abschlussbericht warten. :D



*wischt Staub*

*wischt Staub*

Das Übliche. "Du kannst doch jetzt nicht einfach so irgendwas schreiben. Du musst doch dann am besten direkt alles erzählen was du die letzten Monate so verschwiegen hast. Und das dauert dann so lange. Und deswegen verschiebst du das jetzt besser. Auf... ja am besten.. irgendwann." *kommt aus dem Augen rollen nicht mehr raus*


Hi!
Hier bin ich. Mir geht es so weit ganz gut. Die letzten Monate waren anstrengend, aufregend, ermüdend, interessant. Aktuell hadere ich wieder mit "zu viel wollen / vornehmen" und "zu wenig Ruhezeiten". Also alles wie immer. 


Vielleicht wird es jetzt ja einfacher das alles aufzuholen, wenn ich den ersten Schritt nun getan habe. 


Wie immer gelobe ich Besserung ;)


Das heutige Coverbild hat der wunderbare Throki gemacht. Im Zoom. Im März. Und heute? Heute hat er Geburtstag. :D Gratuliert ihm zahlreich! Hat er verdient :D

Die Sache mit dem Müssen.

Ich verbringe aktuell viel Zeit mit Arkania . Also so rein Online natürlich. So in echt wäre ja viel zu krass. 


Ne mal ehrlich... wenn ich das jetzt so resümiere, dann verbringe ich durchaus die meiste Zeit des Tages mit ihr. Und das so ziemlich jeden Tag. Es sei denn ich bin wenig am Handy / PC. So wie als ich zum Beispiel letztens erst bei Anna und dann ein paar Tage bei chaosqueen war.  

Wir schicken uns gegenseitig unsere To-Do-Listen und ein Großteil unserer Gespräche besteht daraus diese immer wieder zu aktualisieren und gegenseitig mit Konfetti zu bewerfen. Dabei ist schon recht deutlich, dass ich sie wesentlich mehr brauche, als sie mich. Denn so eine Arkania ist auch ohne soziale Kontrolle sehr funktionstüchtig. Ich jetzt nicht so. 

Um so eindrücklicher ist es, wie viel ich in den letzten Wochen getan habe. Und wie viel ich davon nur getan habe, weil es da diesen Platz gab um meine Liste zu posten und weil da drauf reagiert wurde. Ich glaube ich kann ihr nicht verdeutlichen oder bewusst machen, wie viel funktioneller ich durch sie geworden bin. Natürlich immer noch auf einem sehr unbefriedigendem Niveau..., aber doch schon weit aus besser. 

Sie hat Weichen in meinem Kopf zumindest mal entrostet und so langsam aber sicher kann ich sie vielleicht auch umstellen... oder zumindest mal drüber nachdenken. 

Und so denke ich natürlich auch übers "müssen" nach. Denn "müssen" und "sollen" verwende ich ihrer Meinung nach viel zu häufig und wenn sich da ständig jemand beschwert, dann fällt es einem auch eher mal selbst auf. Ich müsste mal verdammt viel. Und ich sollte noch mehr. Und das am besten alles jetzt, schnell und dringend. 

Aber warum?

Denn wenn wir doch mal ehrlich sind, dann habe ich ein relativ verpflichtungsarmes Leben. Ich muss (!) nur dem Amt über das ein oder andere Rechenschaft ablegen und habe dann zumindest temporär wieder meine Ruhe. Mit der Hausverwaltung muss (!) ich mich auseinander setzen, wenn hier akut irgendwas vor sich hin gammelt. (Toi Toi Toi). Ansonsten besteht meine einzige weitere Pflicht darin meiner Betreuerin die Tür zu öffnen. 

Alles darüber hinaus kann ich frei entscheiden. Ich kann selbst entscheiden ob ich mit meinen Beschwerden zu diversen Ärzten gehe (hier stand auch muss.. und ich habs erst beim dritten Lesen gemerkt). Auch wenn ich da finde, dass das sollen und müssen ein wenig verschwimmt. Aber ja, streng genommen muss ich da gar nichts. Ich entscheide mich dafür oder dagegen. Ich entscheide mich für den Sport am Montag oder dagegen. 

Und ja, in letzter Zeit habe ich überdurchschnittlich viele Dinge abgesagt, weil da einige Baustellen waren, die mir etwas () Angst gemacht haben. Aber jetzt ist das durch. Jetzt habe ich tatsächlich (und vllt. erzähle ich dann bald noch mal warum) bis Ende Januar keine Pflichten. Das sind über 3 Monate. 

Ich muss überhaupt nichts.

Und trotzdem bin ich gehetzt. Innerlich. Und trotzdem bin ich genervt davon, dass ich morgen vor die Tür muss. Zu einem Event auf das ich mich seit fast einem Jahr freue. Zusammen mit meinem Bruder den ich viel zu selten sehe. An sich eine total super tolle Sache. Und wenn wir mal ehrlich sind... streng genommen müsste ich nicht mal das. Ich könnte absagen. Die Nachwehen wären aber vermutlich anstrengender als einfach hin zu gehen.. zu mal ich mich ja auch wie gesagt eigentlich freue :D
In mir ist immer alles voller Deadlines. Voller müsste bald, schnell, sofort. Und ich weiß nicht wirklich warum. Klar, ich bin ein ungeduldiger Mensch. Aber wen juckt es, ob ich jetzt heute oder morgen die Wäsche aufhänge. Und wenn ich das erst übermorgen tue und sie vorher noch mal waschen muss, dann ist das halt verdammt dumm, aber nun mal auch kein Drama. Und vor allem nichts, was ich nicht eh ständig tue... 

Ich möchte aktuell so vieles. Am liebsten gleichzeitig. Wie immer. Die 10kg wieder abnehmen. Und die ursprünglich geplanten 12 kg natürlich auch noch. 3x die Woche zum Sport. Regelmäßig in die Sauna, häufiger in die Gruga, mehr Pokemon spielen, am PC zocken bis der Arzt kommt, drölfzig Serien sehen und vor allem Entrümpeln. Ich möchte mehr Zeug hier aus der Wohnung werfen, möchte das alles seinen Platz hat. Ich möchte niemanden mehr ewig auf Nachrichten warten lassen und vor allem möchte ich generell wieder mehr, regelmäßiger und häufiger schreiben. 

Und hey.. ich hätte jetzt die Zeit dazu. Sogar ganz in Ruhe. 

Aber stattdessen bin ich heute schon genervt davon, dass ich morgen vor die Tür "muss". Und sehe es jetzt irgendwie nicht ein heute auch schon vor die Tür zu gehen, obwohl so ein wenig Essen und vor allem ne Rolle Mülltüten echt knorke wären... Aber mit raus gehen störe ich ja die heutige Ruhe... und vor allem müsste (!) ich mich dafür ja anziehen. Ja. Irgendwas sollte ich definitiv anziehen. Zumal ich gehört habe, dass es da draußen hinter meinen Rollos ziemlich kalt sein soll. Und dann drehe ich mich denkend im Kreis (und sehe wie Arkania seufzt) ... weil ich ja eigentlich auch weiß, dass ich in der Zeit in der ich hier tippe längst beim Penny gewesen wäre. Und zurück. Vermutlich 2x. 

Und auch wenn ich das hier gerade so schön auseinander ziehe. Nein, vermutlich werde ich jetzt nicht aufspringen und einkaufen gehen. Ist zu hell draußen. Aber ich könnte mal den Sonnenuntergang googeln und es später machen. 

Dieser Beitrag erschien zuerst heute Mittag in meinem Lieblingsforum.
Und ... *trommelwirbel* Ich war mittlerweile tatsächlich noch einkaufen. :D